Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Zusammenhang von problematischem Video-Streaming und depressiven Symptomen im Kindes- und Jugendalter

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Jan-Ole Cloes (Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)), Lisa Klamert (Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)), Kerstin Paschke (Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE))

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Viele Kinder und Jugendliche schauen regelmäßig Online-Videos wie Serien oder Clips auf Netflix, YouTube und TikTok. Bei manchen wird das so viel, dass es problematisch wird. Die Studie zeigt: Problematisches Video-Schauen tritt oft zusammen mit depressiven Gefühlen auf. Besonders wichtig ist, dass depressive Symptome problematisches Verhalten vorhersagen können. Das bedeutet, dass psychische Belastungen eine wichtige Rolle spielen. Hilfsangebote sollten deshalb nicht nur das Medienverhalten betrachten, sondern auch die seelische Gesundheit gezielt mit einbeziehen.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Hintergrund: Das Angucken von Online-Videos (d.h. Video-Streaming), egal ob Filme, Serien, YouTube- oder TikTok-Videos, ist eine beliebte Freizeitaktivität von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig sind Jugendliche besonders anfällig für die Entwicklung problematischer Nutzungsmuster und psychischer Erkrankungen (z.B. Depression). Während die problematische Nutzung digitaler Spiele oder sozialer Medien und deren Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit zunehmend beforscht wird, sind Studien zum problematischen Video-Streaming aktuell noch rar. Daher wurde untersucht, in welchem Zusammenhang problematisches Video-Streaming mit depressiven Symptomen steht.

Methoden
Methoden: Zur Beantwortung der Frage wurden Daten aus den letzten vier Erhebungswellen der OTTER-Studie verwendet. Problematisches Video-Streaming wurde mit Hilfe der ICD-11 Kriterien für ein gefährliches Computerspielen bzw. für eine Computerspielstörung operationalisiert. Eine längsschnittliche Analyse offenbart den wechselseitigen Zusammenhang mit depressiven Symptomen.

Ergebnisse
Ergebnisse: Die Chance für ein gleichzeitiges Auftreten von Symptomen einer Depression ist für Jugendliche mit problematischem Video-Streaming deutlich erhöht. Die Ergebnisse unter-streichen den prädiktiven Wert von depressiven Symptomen.

Diskussion und Schlussfolgerung
Diskussion und Schlussfolgerungen: Problematisches Video-Streaming ist unter deutschen Kindern und Jugendlichen ähnlich verbreitet wie die problematische Nutzung digitaler Spiele oder sozialer Medien. Depressive Symptome spielen für das problematische Video-Streaming eine bedeutsame Rolle und sollten in Präventions- und Behandlungsangeboten berücksichtigt werden.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Cloes, J.-O., Klamert, L., & Paschke, K. (2026). Zusammenhang von problematischem Video-Streaming und depressiven Symptomen im Kindes- und Jugendalter. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2840