Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Mythen über Alkohol. Erste Ergebnisse einer empirischen Erhebung von alkoholbezogenen (Falsch)Auffassungen in der Bevölkerung.

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Moritz Rosenkranz (Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung), Bernd Schulte (Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg), Nell Hillie (Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung), Christian Schütze (Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

In Deutschland trinken viele Menschen Alkohol, besonders Jugendliche und junge Erwachsene. Dabei werden die Risiken oft unterschätzt. Das Projekt untersucht, welche (falschen) Vorstellungen und Mythen über Alkohol verbreitet sind und wie sie sich zwischen verschiedenen Gruppen unterscheiden. Dafür wurden Erwachsene und Minderjährige befragt sowie Medien und Online-Foren ausgewertet. Die gesammelten Aussagen wurden mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verglichen und bewertet, ob sie richtig oder falsch sind. Die Ergebnisse sollen helfen, bessere Prävention zu entwickeln und verständlich über Alkoholrisiken zu informieren.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Alkoholkonsum ist in Deutschland gesellschaftlich weit verbreitet und weist im internationalen Vergleich ein hohes Niveau auf. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene zeigen frühe Konsumerfahrungen und häufig riskante Trinkmuster wie Rauschtrinken. Gleichzeitig zeigen Studien, dass alkoholbedingte Gefahren oftmals unterschätzt werden. Einer adäquaten Risikowahrnehmung und erforderlichen alkoholbezogenen Gesundheitskompetenz in der Gesellschaft stehen gängige Falschauffassungen (Mythen) über Wirkungen und Risiken von Alkohol gegenüber. Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse zu Alkoholrisiken erreichen viele Bevölkerungsgruppen offensichtlich nur unzureichend. Bislang existieren kaum systematische Daten darüber, welche falschen oder verzerrten Auffassungen tatsächlich verbreitet sind und wie sie sich zwischen verschiedenen Zielgruppen unterscheiden.

Ziel des Projektes ist es, (Falsch-)Auffassungen sowie (Falsch-)Wissen über Wirkungen und Risiken des Alkoholkonsums zu identifizieren, wissenschaftlich einzuordnen und deren Verbreitung in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen bzw. relevanten Zielgruppen zu analysieren.

Methoden
Mittels offener Befragungen von Erwachsenen (18–70 Jahre) und Minderjährigen (16–17 Jahre) über Online-Access-Panels wurden zunächst alkoholbezogene Auffassungen erhoben und deren Verbreitung quantifiziert. Ergänzend erfolgte eine Onlinemedienanalyse (Nachrichtenseiten, Blogs, Foren), um öffentlich verfügbare und gesellschaftlich diskutierte Auffassungen und Mythen über Alkohol zu erfassen. Die identifizierten Aussagen wurden thematisch codiert und literaturbasiert mit der bestehenden wissenschaftlichen Evidenz abgeglichen, um sie in Form von Fact-Sheets als richtig oder falsch klassifizieren zu können. Abschließend wurden in einer Expert:innenrunde die Bedeutung der identifizierten Auffassungen diskutiert sowie präventionsrelevante Zielgruppen und Kommunikationswege bewertet.

Ergebnisse
Neben einer deskriptiven Beschreibung der Stichproben wird ein Überblick über die Bandbreite der erhobenen (Falsch)Auffassungen gegeben. Anhand ausgewählter Auffassungen werden exemplarisch die Ergebnisse des Abgleichs mit der wissenschaftlichen Evidenz präsentiert und die vorgenommene Klassifikation erläutert. Zudem werden zielgruppenrelevante Implikationen abgeleitet.

Diskussion und Schlussfolgerung
Die Projektergebnisse sollen über praxistaugliche Fact-Sheets für bestehende und zukünftige Präventionsvorhaben nutzbar gemacht werden und somit einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Alkoholprävention leisten.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
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Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.







Erklärung zur Finanzierung: Finanziell gefördert durch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, Geschäftszeichen: Z2/21.30.10/25.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Rosenkranz, M., Schulte, B., Hillie, N., & Schütze, C. (2026). Mythen über Alkohol. Erste Ergebnisse einer empirischen Erhebung von alkoholbezogenen (Falsch)Auffassungen in der Bevölkerung. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2837