Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Suchtprävention: Teilhabe heißt auch Verstehen lernen

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Fabian Weihrauch (Einzelunternehmer)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Suchtprävention erreicht viele Jugendliche nicht mehr, weil sie oft zu theoretisch und lebensfern ist. In meinen Seminaren erlebe ich, dass junge Menschen offener zuhören, wenn jemand spricht, der ihre Realität kennt und ehrlich über Erfahrungen spricht. Statt Abschreckung und trockener Fakten braucht es mehr Nähe, Storytelling und Verständlichkeit. Ziel ist nicht, Konsum komplett zu verhindern, sondern einen bewussteren Umgang zu fördern. Der Vortrag zeigt, warum es wichtig ist, Prävention neu zu denken und wer sie vermittelt.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Suchtprävention wirkt in Deutschland oft wie ein Pflichtprogramm: gut gemeint, aber selten wirksam. In meinen Azubi-Seminaren erlebe ich regelmäßig Gelächter, wenn ich frage, wer schon ernsthafte Prävention erlebt hat. Viele sagen: „Was soll mir ein 55-Jähriger im Anzug erzählen, der nie konsumiert hat?“ Genau hier liegt das Problem. Teilhabe heißt auch Verstehen lernen – und das entsteht nicht durch Theorie oder Simulationen wie eine Alkoholbrille, sondern durch echte Nähe zur Lebensrealität.

Methoden
Seit über zehn Jahren arbeite ich in der Prävention mit Auszubildenden. Mein Ansatz unterscheidet sich bewusst von klassischer Wissensvermittlung: weniger Frontalunterricht, weniger Abschreckung durch Einzelschicksale wie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, sondern mehr Storytelling, Ehrlichkeit und Sprache auf Augenhöhe. Die Inhalte orientieren sich an realen Erfahrungen und aktuellen Lebenswelten, nicht nur an Theorie.

Ergebnisse
Die Rückmeldungen zeigen eine klare Diskrepanz: Während etablierte Strukturen meine fehlende klassische Ausbildung kritisch sehen, erlebe ich bei Jugendlichen eine hohe Akzeptanz. Viele sagen, dass sie das Thema zum ersten Mal wirklich verstehen. Gleichzeitig wird deutlich, dass klassische Prävention häufig am Ziel vorbeigeht und Jugendliche nicht erreicht.

Diskussion und Schlussfolgerung
Ich glaube nicht, dass Prävention Konsum komplett verhindert. Aber sie kann dazu beitragen, dass Menschen bewusster konsumieren – und genau das kann Leben retten, etwa beim Thema Mischkonsum. Die zentrale Frage ist: Macht es einen Unterschied, wer Prävention vermittelt? Der Beitrag lädt Praxis und Forschung ein, genau das gemeinsam neu zu denken.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
[Bitte Nichtzutreffendes löschen bzw.ergänzen]



Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.



Alternativ:



Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre die folgenden wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden:

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Weihrauch, F. (2026). Suchtprävention: Teilhabe heißt auch Verstehen lernen. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2831