Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Der Recovery Walk 2025: Ergebnisse der begleitenden Evaluation
Hauptsächlicher Artikelinhalt
Copyright (c) 2026 Deutscher Suchtkongress

Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International.
Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Der Recovery Walk 2025 – Ergebnisse der Befragung
Ausgangssituation:
Für den deutschsprachigen Raum liegen bislang kaum empirische Erkenntnisse dazu vor, wie öffentliche Veranstaltungen wie Recovery Walks wirken.
Ziel der Studie:
Untersucht wurden daher die Erfahrungen von Teilnehmenden des 1. Recovery Walks in Deutschland.
Methode:
Dazu wurde eine Online-Befragung (439 Personen, davon 196 Teilnehmende am Walk) durchgeführt.
Wichtigstes Ergebnis:
Der Walk wurde insgesamt positiv bewertet. Besonders deutlich wurde die positive Darstellung von Recovery und die Botschaft, dass Recovery möglich ist.
Bedeutung / Nutzen:
Diese Ergebnisse können helfen, Recovery Walks und ähnliche Formate gezielt weiterzuentwickeln und ihre Verbesserung an den Themen Hoffnung, Vernetzung und Entstigmatisierung auszurichten.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Recovery-orientierte Ansätze gewinnen in der Suchthilfe zunehmend an Bedeutung. Öffentliche Formate wie Recovery Walks zielen darauf ab, Stigmatisierung zu reduzieren, Hoffnung zu vermitteln und die Sichtbarkeit von Menschen in Recovery zu erhöhen. Für den deutschsprachigen Raum liegen bislang jedoch kaum empirische Daten zur Wirkung solcher Formate vor.
Methoden
Im Anschluss an den ersten Recovery Walk in Leipzig (27.09.2025) wurde eine standardisierte Onlinebefragung durchgeführt (n = 439; von denen n = 196 am Walk teilgenommen haben). Erfasst wurden soziodemografische Merkmale, Bezug zu Abhängigkeit und Recovery sowie die Bewertung des Walks und die wahrgenommene Resonanz auf die Veranstaltung.
Ergebnisse
Die Teilnehmenden waren im Mittel 47 Jahre alt, überwiegend weiblich (73 %) und größtenteils selbst von substanzgebundener Abhängigkeit betroffen (86 %). Unter allen befragten Personen wurde die Zugehörigkeit zur Recovery-Community als hoch eingeschätzt (M = 4,2/5). Personen, die am Walk teilgenommen hatten, bewerteten den Recovery Walk insgesamt sehr positiv (M = 9,1/10). Besonders hoch waren die Zustimmungswerte zur positiven Darstellung von Recovery (M = 4,9/5) sowie zur wahrgenommenen Botschaft, dass Recovery möglich ist (M = 4,8/5). Zudem wurde ein gesteigertes Verständnis für Menschen mit Suchterfahrungen berichtet (M = 4,1/5) und die Möglichkeiten zum Austausch positiv bewertet (M = 4,2/5). Demgegenüber wurden die Möglichkeiten Kontakte aufzubauen (M = 3,4/5) und Vorurteile abzubauen (M = 3,4/5) als moderat eingeschätzt.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die Daten geben erste Hinweise darauf, dass Recovery Walks als ein wirksames Instrument zur Förderung von Hoffnung und eines positiven Recovery-Narratives wahrgenommen werden. In Bezug auf die Förderung von Vernetzung und den Abbau von Stigmatisierung sind die gewonnenen Erkenntnisse noch uneindeutig. Gleichzeitig erreichen solche Events vermutlich eher bereits sensibilisierte bzw. erfahrene Zielgruppen. Zukünftige Entwicklungen sollten daher insbesondere auf die stärkere Einbindung neuer
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.