Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Sucht als Herausforderung (auch) für den Begriff der Teilhabe

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Martin Wallroth (FH Münster)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Menschen nehmen Suchtmittel oft gerade deshalb, weil sie sich von Ihren Mitmenschen und der Gesellschaft abschotten wollen. Im Vortrag wird überlegt, was solche Menschen brauchen, um überhaupt an der Gesellschaft teilhaben zu wollen.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Einleitung
Der Begriff der Teilhabe läuft mit seiner hohe Unschärfe und Bedeutungsweite, seiner starken positiven Wertaufladung, seiner formelhaften Kombinierbarkeit, seiner ubiquitären Verwendung, seiner Abstraktion und Entkopplung von konkreten Erfahrungen sowie seiner administrativen Aufladung Gefahr, zum Plastikwort sensu Pörksen zu werden und ungewollt paternalistischen Tendenzen Vorschub zu leisten (für den analogen Fall der (Ent-) Stigmatisierung vgl. Wallroth 2025). Gerade im Bereich der Sucht scheint mit Blick auf den Begriff der Teilhabe besondere Vorsicht geboten, da ‚Störungen durch Substanzgebrauch‘ sich häufig zumindest aus der Innenperspektive der Betroffenen heraus als mehr oder minder bewusstes Statement gegen eine Teilhabe an der Gesellschaft lesen lassen.

Methoden
Material und Methodik

Im Vortrag soll diese Innenperspektive angemessen gewürdigt werden, um auf dieser Grundlage in einem zweiten Schritt zu prüfen, wie eine Ermöglichung von Teilhabe aussehen kann, welche die Konsument*innen ernst nimmt und nicht auf eine faktische Entmündigung und eine – wenn auch nicht explizit beabsichtigte und subtilere – Version der Umerziehung zu einem 'nützlichen Glied der Gesellschaft' hinausläuft (vgl. – mutatis mutandis – Wallroth 2024).

Ergebnisse
Ergebnisse

In der Perspektive einer um Respektierung von Autonomie und Verzicht auf Paternalismus bemühten Suchthilfe und Suchtforschung erweist sich eine einfache Gleichsetzung von Sucht und ‚gestörter Teilhabe‘ als dringend differenzierungsbedürftig und eine akzeptanzorientiertere Suche nach einem genaueren Verständnis des komplexen Zusammenspiels von Sucht und (ermöglichter und gewollter) Teilhabe als geboten.

Diskussion und Schlussfolgerung
Zusammenfassung

Gegenstand des Vortrags ist die Frage, was bezogen auf Menschen mit problematischem Suchtmittelkonsum Teilhabe in einem nicht-paternalistischen, an deren eigener Perspektive als handelnde Subjekte orientierten Sinne bedeuten kann, wenn man den Suchtmittelkonsum als zumindest auf den ersten Blick sich der Teilhabe verweigerndes Statement ernst nimmt.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
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Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Wallroth, M. (2026). Sucht als Herausforderung (auch) für den Begriff der Teilhabe. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2826