Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Kölner Kioske: wichtige Akteure im Suchtmittelverkauf und der Einfluss des Lachgasverbots

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Nina Fiona Dentler (Katholische Hochschule NRW), Jan Knapp (Katholische Hochschule NRW), Delal Kolanc (Katholische Hochschule NRW), Anna Nijmeijer (Katholische Hochschule NRW), Paulina Schüler (Katholische Hochschule NRW), Tabea Stein (Katholische Hochschule NRW), Ulrich Frischknecht (Deutsches Institut für Sucht- und Präventionsforschung, Katholische Hochschule NRW)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Viele Kioske verkaufen Suchtmittel. Neben Alkohol und Nikotin auch Lachgas. Unsere Studie an 84 Kiosken in Köln zeigte, dass etwa 18% Lachgas offen zum Verkauf anboten. Meist in den großen Kartuschen. Befragte Fachleute sehen das Lachgasverbot für Minderjährige eher wirkungslos. Untersucht wird noch, ob das neue Verbot von großen Kartuschen den Verkauf verändert.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Kioske sind für die Verfügbarkeit legaler Drogen wichtige Verkaufsstellen innerhalb von Kommunen. Ihre weitreichenden Öffnungszeiten und der gleichzeitige Verkauf von Produkten, die sich an Kinder- und Jugendliche bzw. junge Erwachsene richten prädestiniert sie für verhältnisorientierte Suchtprävention. In Köln waren Kioske auch für Lachgas eine wichtige Bezugsquelle.

Methoden
Die vorliegende Untersuchung bestand einerseits aus einer Sozialraumbegehung, bei der über 80 Kölner Kioske nach ihrem Suchtmittelangebot von zwei geschulten Sozialarbeitenden eingeschätzt wurden. Andererseits wurden qualitative Interviews mit Expert_innen aus Krankenhaus und Suchthilfe durchgeführt und auf die Auswirkungen des Lachgasverbots hin befragt. Eine Wiederbeurteilung des Verkaufs von Lachgasprodukten einen Monat nach dem Abgabeverbot von Lachgas in großen Kartuschen wird zum Zeitpunkt der Abstract-Einreichung vorbereitet.

Ergebnisse
Es zeigte sich, dass in n=14 (18%) der Kioske im Jahr 2025 Lachgas überwiegend in großen Kartuschen und teilweise im Schaufenster gut sichtbar, bzw. auf den Verkaufstheken der Kioske zum Verkauf angeboten wurden. Die Einschätzung der Expert_innen zum kommunalen Verbot des Lachgasverkaufs an Minderjährige kann als zurückhaltend bezeichnet werden. Am Kongress werden auch die Auswirkungen des „Lachgas-Verbots“ vom 12.04.2026 auf die Angebote in Kölner Kiosken, sowie Zusammenhänge mit Lokalität und weiteren Angeboten präsentiert.

Diskussion und Schlussfolgerung
Für die hohe Verfügbarkeit von Suchtmitteln im Stadtbild spielen Kioske eine zentrale Rolle. Lachgas wurde insbesondere in den Party-Szene-nahen Regionen verkauft. Product-Placement ist ein wichtiger Faktor für gelungene Produktwerbung. Inwiefern das Abgabeverbot von Großen Lachgaskartuschen eine Veränderung im Angebotssegment in Köln darstellt wird diskutiert.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Dentler, N. F., Knapp, J., Kolanc, D., Nijmeijer, A., Schüler, P., Stein, T., & Frischknecht, U. (2026). Kölner Kioske: wichtige Akteure im Suchtmittelverkauf und der Einfluss des Lachgasverbots. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2820