Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Wirksamkeit eines universitären Präventionsprogramms zur Stärkung der substanzbezogenen Risikokompetenz bei Studierenden
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Substanzkonsum bei Studierenden ist ein wichtiges Thema, weil sich in dieser Lebensphase langfristige Gewohnheiten entwickeln, die die Gesundheit beeinflussen können.
In dieser Studie wollten wir herausfinden, ob das ReStudy-Programm Studierenden hilft, besser mit Risiken beim Konsum von Substanzen umzugehen.
Dafür untersuchten wir Studierende über mehrere Monate und verglichen eine Gruppe mit dem Programm mit einer Gruppe ohne Programm.
Wir untersuchen aktuell, ob das Programm die Risikokompetenz und das Verhalten der Studierenden verbessert.
Diese Ergebnisse können helfen, bessere Gesundheitsangebote an Hochschulen zu entwickeln und die Gesundheit von Studierenden zu fördern.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Die Hochschulphase stellt eine sensible Entwicklungsphase dar, in der junge Erwachsene verstärkt eigenständige Entscheidungen treffen – auch in Bezug auf den eigenen Substanzkonsum [1,2]. Insbesondere im Übergang in das Studium werden dabei entscheidende Weichen für das zukünftige Konsumverhalten gestellt [3,4]. Vor dem Hintergrund der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland gewinnt die Förderung von Risikokompetenz gegenüber rein abstinenzorientierten Ansätzen an Bedeutung [5]. Das Programm ReStudy, eine Adaption des evidenzbasierten REBOUND-Programms, zielt darauf ab, reflektierte Entscheidungsprozesse und einen risikoarmen Umgang mit psychoaktiven Substanzen bei Studierenden zu fördern [6].
Die Studie untersucht im Rahmen einer summativen Evaluation die Wirksamkeit des ReStudy-Programms hinsichtlich der Förderung von Risikokompetenz sowie Veränderungen im Substanz- und Medienkonsum und assoziierter Gesundheitsparameter.
Methoden
Es wird eine quasi-experimentelle Kontrollgruppenstudie mit drei Messzeitpunkten (Baseline t0, Post t1, Follow-up t2 nach sechs Monaten) durchgeführt (geplantes N = 420). Die Intervention erfolgt im Rahmen universitärer Lehrveranstaltungen durch geschulte Peer-Trainer:innen. Die Intervention wird in universitären Lehrveranstaltungen durch Peer-Trainer:innen umgesetzt. Primäres Outcome ist Risikokompetenz (RIKO-Stud). Sekundäre Outcomes umfassen Substanzkonsum (Alkohol, Cannabis, Tabak), problematische Mediennutzung (Social Media, Gaming), psychische Gesundheit (Stress, Burnout), psychologische Ressourcen (u. a. Resilienz, Selbstwirksamkeit, Lebenszufriedenheit, Prokrastination, sozial-emotionale Kompetenzen) sowie Studienzufriedenheit. Die Analyse erfolgt mittels ANCOVA und logistischer Regression unter Kontrolle von Baseline-Werten und Kovariaten. Die Datenerhebung läuft derzeit und wird bis Juni 2026 (t1) abgeschlossen.
Ergebnisse
Analysiert werden kurzfristige (t0-t1) Interventionseffekte auf die Risikokompetenz (primär) sowie auf Substanzkonsum, Mediennutzung, psychische Gesundheit, psychologische Ressourcen und Studienzufriedenheit (sekundär).
Diskussion und Schlussfolgerung
Die Studie adressiert eine Versorgungslücke in der Suchtprävention für Studierende und prüft einen risikokompetenzbasierten Ansatz unter realen Hochschulbedingungen. Ergebnisse sollen zur evidenzbasierten Weiterentwicklung universitärer Prävention beitragen.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.