Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Reduzierung drogenbedingter Schäden in Zentralasien und China. Lernen von Deutschland?

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Ingo Ilja Michels (Technische Hochschule, Fakultät für Sozialwissenschaften), Ulla Pape (Technische Hochschule, Fakultät für Sozialwissenschaften)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Soziale Arbeit in der Suchthilfe hilft Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung, die negativen Folgen der Erkrankung besser zu bewältigen,


Das gilt auch in Ländern, in denen die Sioziaker Arbeit in der Sichthilfe noch am Anfang ihrer Entwicklung steht.


In diesem Vortrag wird dargestellt, wie sich die Soziale Arbeit in Zentralasien (Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan) und China entwickelt hat und wie dies unterstützt wird durch ein Partnerprojekt mit der Technischen Hochschule in Nürnberg, die Sozialarbeiter in diesem Bereich ausbildet.


Es werden Promotionen an den Partneruniversitäten gefördert, um die Qualifikationen für Soziale Arbeit in den Partnerländern zu unterstützen.


Die Soziale Arbeit mit Menschen, die Drogen konsumieren und von Infektionskrankheiten betroffen sind, wird dadurch gefördert und die Lebenssituation der Betroffenen verbessert.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Soziale Arbeit als Hilfe zur Behandlung einer Drogen-/Opioidabhängigkeit hat sich Zentralasien seit Anfang der 1990er Jahre in den post-sowjetischen Staaten entwickelt, ist aber noch immer im Aufbau begriffen, sowohl in der universitären Ausbildung als auch in der Praxis der Behandlung. In China hat diese Entwicklung bereits in den 1970er Jahren begonnen und ist rasch fortgeschritten. Was lässt sich aus der Suchthilfe in Deutschland und Europa lernen?

Methoden
Das SOLID Projekt fördert Promotionen an den Partneruniversitäten in Zentralasien (Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan) und China. Es geht um die Einbindung der Stipendiaten in Lehre und Praxis, Öffentlichkeitsarbeit und den Ausbau des Netzwerks durch gefestigte oder neue Kontakte (mit Wissenschaftlern, der Zivilgesellschaft und dem öffentlicher Sektor). SOLID steht für „Soziale Arbeit und Stärkung von NGOs in der Entwicklungszusammenarbeit zur Behandlung von Drogenabhängigkeit“. Sowohl in Zentralasien als auch in China werden neue Methoden der sozialen Hilfe und sozialpsychiatrischen Behandlung von Opioidabhängigkeit eingesetzt (z. B. psychotherapeutische Methoden und Opioidsubstitutionsbehandlung mit Methadon) und neue Wege abseits der Zwangsbehandlung umgesetzt.

Ergebnisse
Die Herausforderungen sind riesig: In Zentralasien gibt es schätzungsweise 300.000 bis 400.000 Heroinkonsumenten, in China mindestens 1,5 Millionen, mit allen gesundheitlichen und sozialen Folgen. Die Zahl der Opioidkonsumenten sowie der HIV- und Hepatitis-Infektionen nimmt ab (auch durch die Umsetzung von Schadensminderungsmaßnahmen), es entstehen jedoch neue Herausforderungen (Methamphetaminkonsum, Neue Psychoaktive Substanzen (Mephedron etc.), Stimulanzien, Spielsucht, Internetsucht usw.).

Diskussion und Schlussfolgerung
Es geht um neue Ansätze zur Hilfe für Suchtkranke in den Partnerländern, insbesondere unter Wahrung der Menschenwürde und Menschenrechte von Menschen, die illegale Drogen trotz Zwangsmaßnahmen konsumieren, hin zu einer evidenzbasierten psychotherapeutischen sowie medikamentösen und psychosozialen Behandlung von Suchterkrankungen. Die erste Phase des Projekts (von 2021 bis 2024) in Kooperation mit der Frankfurt University of Applied Sciences zeigte bereits eine große Offenheit für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch über sprachliche und soziokulturelle Grenzen hinweg. Dies wird mit der TH Nürnberg fortgesetzt.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Michels, I. I., & Pape, U. (2026). Die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Reduzierung drogenbedingter Schäden in Zentralasien und China. Lernen von Deutschland?. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2817