Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Crack-Konsum in der Stadt Zürich: Neue Erkenntnisse zum Konsumverhalten dank systematischem Monitoring.
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Im Januar 2026 wurde in den durch die Stadt Zürich betriebenen Drogenkonsumräumen ein systematisches, pseudonymisiertes Konsummonitoring eingeführt, das erstmals eine kontinuierliche und differenzierte Erfassung des Konsumverhaltens erlaubt. Pro Monat werden so rund 30'000 Konsumvorgänge dokumentiert und mit soziodemographischen Merkmalen der Konsumierenden verknüpft. Dadurch entsteht eine bislang einzigartige Datengrundlage, die es ermöglicht, Entwicklungen innerhalb der Zürcher Drogenszene nahezu in Echtzeit zu beobachten (von rund 1000 Personen). Der Vortrag präsentiert erste Erkenntnisse aus dem Monitoring und zeigt dessen Potenziale für die evidenzbasierte Weiterentwicklung von Schadensminderungsangeboten auf. Zudem werden die Grenzen der Datenerhebung im Kontext niederschwelliger Angebote reflektiert und Implikationen für Praxis, Forschung und Politik abgeleitet.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Im Januar 2026 wurde in den durch die Stadt Zürich betriebenen Drogenkonsumräumen ein systematisches, pseudonymisiertes Konsummonitoring eingeführt, das erstmals eine kontinuierliche und differenzierte Erfassung des Konsumverhaltens erlaubt. Pro Monat werden so rund 25'000 Konsumvorgänge dokumentiert (davon 75% Crack) und mit soziodemographischen Merkmalen der Konsumierenden verknüpft.
Methoden
Standardisierte Erhebung des Konsumverhaltens von rund 1000 Personen mittels eines IT-Programms. Die Daten sind pseudonymisiert. Die Erhebung ist unbefristet. Jährlich kommen auf diese Weise voraussichtlich rund 300‘000 Datensätze zustande. Ausgewertet werden die Daten deskriptiv und in einem Power BI-Dashboard dargestellt.
Ergebnisse
Die Auswertung der ersten 160‘000 Konsumvorgänge der vergangenen zwei Monate zeigen auf, dass das Konsumverhalten – insbesondere von Crack-Konsumierenden – sehr heterogen ist. Ein kleiner Teil der rund 800 Crack-konsumierenden Personen zeigen innerhalb der Drogenkonsumräume einen exzessiven Konsum. Das Verhalten der Mehrheit weist auf einen mäßigen Konsum hin (1 bis 2 x pro Tag), was darauf hindeutet, dass diese Personen den Konsum zumindest teilweise kontrollieren können. Diese Hypothese wird auch durch qualitative Befragungen dieser Menschen untermauert. Die oftmals in der Literatur beschriebenen stark exzessiven Konsummuster scheinen in Zürich die Ausnahme zu sein.
Diskussion und Schlussfolgerung
Der Vortrag präsentiert erste Erkenntnisse aus dem Monitoring, zeigt dessen Potenziale für die evidenzbasierte Weiterentwicklung von Schadensminderungsangeboten auf und diskutiert methodische sowie ethische Herausforderungen. Zudem werden die Grenzen der Datenerhebung im Kontext niederschwelliger Angebote reflektiert und Implikationen für Praxis, Forschung und Gesundheitspolitik abgeleitet.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.