Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Selbsthilfe und Selbstorganisation von Drogenkonsumenten als wichtige Quellen zur Lösung drogen- und drogenpolitischer Probleme
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Menschen, die von Drogenproblemen betroffen sind, sollen beteiligt werden bei der Lösung von bei der Lösung dieser Probleme.
In diesem Beitrag wird dargestellt, wie sich die Selbsthilfe von Drogenkonsumierenden entwickelt hat, die vor über 40 Jahren stark von HIV Infektionen und AIDS Erkrankungen betroffen waren. Sie wurden unterstützt, sich selbst zu organisieren. Sie wurden nicht verurteilt wegen ihres Drogenkonsums.
Die Geschichte dieser Entwicklung wird dargestellt.
1989 wurde das bundesweite Netzwerk von JES (Junkies, Substituierte, Ehemalige) gegründet. Heute ist JES ein stabiles Netzwerk mit über 30 Gruppen.
Die Selbsthilfe von Menschen, die Drogenkonsumieren und von Infektionskrankheiten betroffen sind, wird zunehmend gehört und ihre Vorschläge werden zum Teil aufgegriffen. Das Motto ist „Keine Entscheidung über uns ohne uns“.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
In der Abschlusserklärung der UNGASS Sitzung vom April 2017 heißt es zur Rolle der Zivilgesellschaft bei der Bewältigung der weltweiten Drogen- und AIDS-Problematik: „We recognize that civil society (…) plays an important role in addressing and countering the world drug problem, and note that affected populations and representatives of civil society entities, should be enabled to play a participatory role in the formulation, implementation, and (…) the evaluation of drug control policies and programmes.” Auch das Europäische Parlament erkennt die grundlegende Rolle der Zivilgesellschaft bei der Unterstützung der Entwicklung, Definition, Umsetzung, Bewertung und Überwachung der Drogenpolitik an.
Methoden
Die Selbstorganisation der Drogenkonsumenten fand in Deutschland statt als bundesweites Netzwerk zur HIV-Prävention und gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV und AIDS. Dieser Ansatz von public health entwickelte sich ab 1985, weil die substanzielle Bedeutung der Selbsthilfe für die Gesundheitsprävention und Behandlungserfolge gerade bei marginalisierten Gruppen unbestreitbar ist. Dabei ging es vor allem um die Führung eines selbstbestimmten Lebens mit HIV und AIDS und auch mit Drogenkonsum, durch die Akzeptanz von Lebensstilen, den Verzicht auf moralisierende Botschaften in der Präventionsarbeit, sowie psychosoziale und alltagspraktische Unterstützung betroffener Menschen zur Wahrung von Autonomie und Menschenwürde.
Ergebnisse
1989 wurde das bundesweite Netzwerk von JES (Junkies, Substituierte, Ehemalige) gegründet. Heute ist JES ein stabiles Netzwerk mit über 30 Gruppen. Auf internationalen Konferenzen zum Thema Schadensminderung werden Räume für Selbsthilfetreffen bereitgestellt und Aktivisten als Referenten und Diskussionspartner eingeladen. Selbsthilfe wird gehört.
Diskussion und Schlussfolgerung
Insgesamt spielen Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen sowie Vertreter von Selbstorganisationen von Drogenkonsumenten eine größere Rolle bei der Festlegung der Ziele der Drogenpolitik in Europa, wenn auch ihr Einfluss noch gering ist. Der Slogan „Keine Entscheidung über uns ohne uns“, ist außerhalb des HIV/AIDS Bereichs noch relativ unbekannt, sollte aber in die Gestaltung einer Realität einbezogen werden, in der die Beteiligten Gehör finden sollen.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
[Bitte Nichtzutreffendes löschen bzw.ergänzen]
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.
Alternativ:
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre die folgenden wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden: