Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Integration häuslicher Atemalkoholselbstkontrolle durch Patienten in die ambulante Therapie

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Ulrich Zimmermann (kbo Isar-Amper-Klinikum Region München)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

Die Studie zeigt: Patienten messen zu Hause selbst ihren Alkoholwert. Die Ergebnisse gehen direkt an die Therapeuten. So können Rückfälle früh erkannt werden. Viele Patienten trinken zuerst nur wenig und sagen es oft nicht. Mit den Messgeräten fällt das schneller auf. Die Therapeuten melden sich dann schnell und helfen. Oft hören die Patienten dann wieder auf zu trinken. Manchmal reicht sogar eine ambulante Behandlung statt eines Krankenhausaufenthalts.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Alkoholrückfälle entwickeln sich häufig schleichend und beginnen mit einzelnen Konsumereignissen. In dieser frühen Phase besteht ein therapeutisches Zeitfenster, in dem eine Eskalation hin zu einem erneuten abhängigen Trinkmuster verhindert werden kann. Patienten neigen jedoch dazu, Konsumereignisse schamhaft zu verschweigen, weshalb Interventionen oft erst möglich werden, wenn der Rückfall bereits fortgeschritten ist. Ziel dieses Ansatzes ist es, durch häusliche Atemalkoholselbstkontrollen frühzeitig Hinweise auf Abstinenzverletzungen zu erhalten, um zeitnah und wirksam therapeutisch eingreifen zu können.

Methoden
Bislang wurden 70 Patienten mit einem mobilen Alkoholmessgerät („Dräger Companion med“) ausgestattet. Die Patienten führen mehrmals täglich eigenständig Atemalkoholmessungen durch. Die Messergebnisse werden zusammen mit einem Selfie über eine gesicherte Internetplattform an die behandelnden Therapeuten übermittelt. Bei ausbleibenden oder positiven Atemtests werden die Patienten bzw. zuvor vereinbarte Hilfspersonen so rasch wie möglich kontaktiert, auch an Wochenenden oder Feiertagen.

Ergebnisse
Bislang wurden 70 Patienten mit einem mobilen Alkoholmessgerät („Dräger Companion med“) ausgestattet. Die Patienten führen mehrmals täglich eigenständig Atemalkoholmessungen durch. Die Messergebnisse werden zusammen mit einem Selfie über eine gesicherte Internetplattform an die behandelnden Therapeuten übermittelt. Bei ausbleibenden oder positiven Atemtests werden die Patienten bzw. zuvor vereinbarte Hilfspersonen so rasch wie möglich kontaktiert, auch an Wochenenden oder Feiertagen.

Diskussion und Schlussfolgerung
Häusliche Atemalkoholselbstkontrolle ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Rückfällen und unterstützt eine schnelle therapeutische Intervention. Dadurch können Rückfälle begrenzt und stationäre Behandlungen teilweise vermieden werden.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre die folgenden wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden: Beraterhonorare und Übernahme von Kongressgebühren durch die Firma Dräger, Lübeck

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Zimmermann, U. (2026). Integration häuslicher Atemalkoholselbstkontrolle durch Patienten in die ambulante Therapie. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2799