Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress
Cannabisabhängigkeit im Gruppensetting behandeln – Ein neues Manual mit praxisbewährten Tools
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Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache
Europaweit ist Cannabis nach wie vor die am häufigsten konsumierte illegale Substanz und für viele Menschen längst Teil des Alltags. Mit dem Anstieg problematischer Konsummuster wächst auch der Bedarf an spezifischen Behandlungsangeboten. Die Folgen sind absehbare Engpässe, die eine frühzeitige, wirksame Behandlung erschweren. Der Vortrag stellt das neue Gruppentherapieprogramm C.A.R.L.A. – Cannabis Reduction and Long-term Abstinence vor, das genau an diesem Bedarf ansetzt. Neben der strukturierten Darstellung der Module und therapeutischen Inhalte wird gezeigt, wie das Manual praxisnah umgesetzt werden kann. Ergänzend fließen vielfältige praktische Erfahrungen aus dem klinischen Alltag ein, die zentrale Herausforderungen sichtbar machen und konkrete Learnings vermitteln. Insgesamt unterstreicht der Vortrag die Bedeutung der kontinuierlichen Weiterentwicklung und des gezielten Einsatzes effektiver Gruppentherapieangebote für Menschen mit einer Cannabisabhängigkeit.
Abstract
Hintergrund und Fragestellung
Europaweit ist Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Substanz. Mit dem Anstieg problematischer Konsummuster wächst auch der Bedarf an spezifischen Behandlungsangeboten. Gleichzeitig fehlt es bislang an einem flächendeckenden, auf Cannabis spezialisierten Versorgungssystem. Die Folgen sind absehbare Engpässe, die eine frühzeitige, wirksame Behandlung erschweren. In der praktischen Versorgung zeigt sich diese Lücke bereits sehr deutlich: Viele Betroffene finden trotz klarer Problematik nur schwer passende Unterstützung.
Methoden
An diesem Punkt setzt das neue Gruppentherapieprogramm C.A.R.L.A. – Cannabis Reduction and Long-term Abstinence – an. Es bietet mit speziellen Modulen einen strukturierten, alltagsorientierten und zugleich leicht zugänglichen Ansatz zur Behandlung von Cannabisabhängigkeit. Das Programm kombiniert fundierte Wissensvermittlung mit praktischen Übungen und interaktiven Methoden. Das Gruppensetting wird dabei bewusst als zentrale Ressource genutzt, um Veränderungsprozesse zu fördern und nachhaltig zu unterstützen.
Ergebnisse
In der praktischen Anwendung zeigt sich, dass das Programm Menschen wirksam auf ihrem individuellen Weg der Konsumveränderung begleitet – unabhängig davon, ob eine Reduktion oder vollständige Abstinenz angestrebt wird. Die offene Zielsetzung erleichtert den Zugang und senkt die Hemmschwelle, therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die über fünf Jahre entwickelten und kontinuierlich erprobten Module haben sich in unterschiedlichen klinischen und ambulanten Settings bereits erfolgreich bewährt. Das Konzept wird durch eine wissenschaftliche Begleitevaluation unterstützt, deren vorläufige Ergebnisse gemeinsam mit praktischen Erfahrungen im Vortrag näher erläutert werden.
Diskussion und Schlussfolgerung
Die langjährige Arbeit mit cannabisabhängigen Patient:innen hat gezeigt, dass bestimmte Themen, Interventionen und Übungen in der therapeutischen Praxis besonders wirksam sind. Der Vortrag greift diese zentralen Elemente auf und stellt neben dem strukturierten Aufbau der Module auch die relevanten inhaltlichen Schwerpunkte unseres Gruppentherapiemanual vor. Darüber hinaus werden typische Herausforderungen in der Behandlung cannabisbezogener Störungen und erprobte Strategien im Umgang damit aufgezeigt. Erfahrungswerte aus dem klinischen Alltag liefern dabei praxisnahe Einblicke und ermöglichen konkrete Schlussfolgerungen für die therapeutische Arbeit.
Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
Ich erkläre, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.