Deutscher Suchtkongress
Bd. 3 Nr. 1 (2026): Deutscher Suchtkongress

Die Suchtprävention im digitalen Wandel

Hauptsächlicher Artikelinhalt

Karsten Andreas Artz (Uni Siegen)

Kurzzusammenfassung in leicht verständlicher Sprache

1. Das Problem: Die Suchthilfe erreicht viele Menschen nicht mehr, weil klassische Beratungsangebote oft nicht zur digitalen Lebensrealität der Betroffenen passen.


2. Ziel der Studie: Ich wollte untersuchen, wie digitale Angebote die Suchtprävention ergänzen können und wo ihre Grenzen liegen.


3. Methode: Dafür habe ich aktuelle Fachliteratur zu digitalen Hilfsmitteln wie Apps und Online-Plattformen analysiert.


4. Wichtigstes Ergebnis: Digitale Formate senken die Hemmschwelle und fördern die Selbsthilfe, können aber die persönliche Vertrauensbeziehung zwischen Fachkraft und Klient nicht vollständig ersetzen.


5. Bedeutung: Die Ergebnisse zeigen, dass eine Kombination aus digitalen und persönlichen Angeboten („Blended Counseling“) die beste Strategie ist, um die Suchtprävention zukunftsfähig und zielgruppennah zu gestalten.

Abstract

Hintergrund und Fragestellung
Die Digitalisierung prägt zunehmend die Lebensrealität von Adressat*innen der Sozialen Arbeit, was auch die Suchtprävention vor neue Herausforderungen stellt. Während klassische Beratungsangebote etabliert sind, herrscht hinsichtlich digitaler Formate oft noch Skepsis und Unsicherheit in der Fachpraxis. Die Arbeit untersucht die Potenziale und Grenzen digitaler Präventionsangebote im Vergleich zu analogen Ansätzen und geht der Frage nach, wie sich beide Formate synergetisch ergänzen können.

Methoden
Die Untersuchung erfolgt auf Basis einer Literaturanalyse aktueller Fachdiskurse zur Suchthilfe und Digitalisierung. Dabei wird zunächst das Verständnis von Suchtprävention in der Sozialen Arbeit dargelegt. Darauf aufbauend werden aktuelle digitale Angebote und app-gestützte Interventionen vorgestellt und kriteriengeleitet hinsichtlich ihrer Chancen und Risiken für Klient*innen und Profession gegenübergestellt.

Ergebnisse
Digitale Angebote bieten Vorteile durch Niederschwelligkeit, zeitliche Flexibilität und eine hohe Erreichbarkeit jüngerer Zielgruppen. Es zeigt sich, dass insbesondere app-gestützte Interventionen die Selbststeuerung der Betroffenen fördern können. Grenzen liegen jedoch in der digitalen Spaltung, datenschutzrechtlichen Bedenken und dem teilweisen Fehlen der für die Soziale Arbeit zentralen persönlichen Beziehungsarbeit im rein digitalen Raum.

Diskussion und Schlussfolgerung
Die Digitalisierung ist kein Ersatz, sondern eine notwendige Erweiterung der Suchtprävention. Eine synergetische Verknüpfung (Blended Counseling) erscheint am wirkungsvollsten, um die Vorteile beider Welten zu nutzen. Zukünftig muss die Profession verstärkt digitale Kompetenzen aufbauen und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz kritisch-konstruktiv begleiten, um die Autonomie der Adressat*innen in einer digitalisierten Lebenswelt zu wahren.

Interessenskonflikte sowie Erklärung zur Finanzierung
 
 
Ich bzw. die Koautorinnen und Koautoren erklären, dass während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen Vorteile oder persönlichen Verbindungen bestanden, die die Arbeit zum eingereichten Abstract beeinflusst haben könnten.
 

Artikel-Details

Zitationsvorschlag

Artz, K. A. (2026). Die Suchtprävention im digitalen Wandel. Deutscher Suchtkongress, 3(1). Abgerufen von https://www.journals.infinite-science.de/index.php/dsk/article/view/2748